Seen beherbergen eine bedeutende Artenvielfalt und erbringen lebenswichtige Ökosystemleistungen, die weltweit die Lebensgrundlage von Hunderten Millionen Menschen sichern. Diese Leistungen nehmen jedoch aufgrund von Belastungsfaktoren wie Klimawandel, Eutrophierung und Übernutzung ab. So lebt beispielsweise ein Viertel der Weltbevölkerung in den Einzugsgebieten von austrocknenden Seen. In diesem Kurs untersuchten die Teilnehmenden Seenökosysteme im Rahmen eines hypothesengeleiteten Forschungsprojekts. Mit professioneller Ausrüstung erfassten sie vertikale Profile physikalisch-chemischer Parameter und der Phytoplankton-Biomasse, analysierten Nährstoffkonzentrationen und bestimmten Plankton unter dem Mikroskop. Anhand dieser breiten Datengrundlage konnten sie die in allen Seen beobachteten Abweichungen von den erwarteten natürlichen Verhältnissen klar auf Eutrophierung und Klimawandel zurückführen. Dass diese beiden Faktoren auch für die in Deutschland unverzichtbare Trinkwasserversorgung aus Talsperren problematisch sind, wurde im Rahmen des Kurses von Prof. Karsten Rinke, Leiter des Departments Seenforschung am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Magdeburg, am Beispiel der Rappbode-Talsperre im Harz in einem sehr gut an den Kenntnisstand der Teilnehmenden angepassten online-Vortrag überzeugend dargestellt.