Wir nehmen wieder Schülergruppen im Klassenverband (Kohorten) auf und halten dabei die allgemeinen Hygieneregeln der Universität ein. Lehrkräfte wenden sich gerne an unsere Kurskoordination, Telefon 0551 39 28844.

18.10.-22.10.2021 Polymere aus natürlichen und synthetischen Bausteinen
Science Camp

Kunststoffe müssen neu betrachtet werden: Wie nutzen Chemiker*innen natürliche und synthetische Bausteine für die Herstellung von Kunststoffen? Wie können wir die Produktionsketten, Verwendung und Wiederverwertung von Kunststoffen nachhaltig neu entwickeln ohne die vielfältigen und wichtigen Anwendungen zu vernachlässigen?

Termininformation
18.-22.10.2021
Start
18.10.2021 - 10:00 (CEST)
Maximale Teilnehmerzahl
10
Voraussetzungen für die Teilnahme
16 bis 20 Jahre

Kunststoffe sind in der Wahrnehmung der modernen Welt ein ambivalentes Thema. Einerseits sind sie praktisch allgegenwärtig und ersetzen traditionelle Materialien in allen Lebensbereichen, angefangen vom Baustoff bis hin zur Medizintechnik. Andererseits werden auch die mit ihrer Nutzung verbundenen Probleme immer fassbarer. Am häufigsten thematisiert werden dabei weniger die Schwierigkeiten auf dem Feld der Verwendung, sondern eher die im Bereich der Herstellung und Entsorgung beziehungsweise des Recyclings entstehenden Probleme.

In diesem Camp sollen ausgehend von den gängigen Herstellung-Reaktionen und gewünschten Eigenschaften von Polymeren auch Produktionsketten von erdöl-basierten (Beispiel PVC) und auf nachwachsenden Rohstoffen (Beispiel Holz) basierenden Kunststoffen in selbst durchgeführten Experimenten erarbeitet werden. Hierbei kommen neben den üblichen Labormethoden (fraktionierte Destillation, katalytisches Cracken, Zerlegung durch Kochen unter Rückfluss) auch moderne Analysen (Massenspektrometrie) und Verarbeitungsverfahren (Elektrospinnen) zum Einsatz. Ein gesamter Kurstag ist der Analyse und der möglichen Entsorgung anfallender Kunststoff-Reste gewidmet. Hier lernen die Schüler*innen die Analyse durch Infrarotspektroskopie und Fluoreszenzfärbung ebenso kennen wie den Abbau und die Qualitätsprüfung durch Elektrofenton und Rasterlektronenmikroskopie.


Abschließend wird mit einem Fachvortrag ein Einblick in die weiteren aktuellen Ansätze zur Entwicklung nachhaltigerer Kunststoffe gegeben. Darüber hinaus recherchieren die Schüler*innen relevante Informationen zum Thema „Kunststoffe“ aus unterschiedlichen Blickwinkeln (mögliche Auswahl: Ökonomie, Gesundheit, unterschiedliche Umweltaspekte, globale Netzwerke) und tauschen sich in einer Diskussion mit verteilten Rollen über Möglichkeiten und Probleme dieses weitgefächerten Problemfeldes aus.

Ablauf

Montag: Polymer-Herstellung aus erdöl-basierten Edukten
Herstellungsarten (Polymerisation, Polykondensation, Polyaddition, weitere Aufarbeitung), Herstellung von Kunststoffen mit unterschiedlichen Eigenschaften (Thermoplaste, Duroplaste, Elastomere), weitere Plastikanwendungen (Superabsorber)

Dienstag: Produktionskette PVC
Gewinnung und Aufreinigung von Alkenen durch Cracken und fraktionierte Destillation; Halogenierung durch Additionsreaktionen; Analyse des Verbundstoffes Weich-PVC durch gravimetrische Auftrennung der Bestandteile und Massenspektroskopie der Weichmacher, eigene Herstellung von Weich-PVC im Schmelzverfahren, Verarbeitung durch Elektrospinnen

Mittwoch: Kunststoff aus einer nachwachsenden Rohstoffquelle (Holz)
Acetosolv-Verfahren zur Zerlegung des Verbundstoffes Holz, Bleichen der gewonnenen Roh-Zellulose mit Wasserstoffperoxid, Modifizierung (Acetylierung) der Zellulose; Herstellung einer Folie aus Aceto-Zellulose, weitere Versuche zur Polymersynthese aus nachwachsenden Rohstoffen

Donnerstag: Was passiert nach der Nutzung?
Analyse von Plastik-Resten (Infrarotspektroskopie), Nachweis von Mikropartikeln in Oberflächenwasser durch Fluoreszenzfärbung mit Nilrot, Abbau von Mikropartikel durch Elektrofenton-Methode und Prüfung des erfolgten Abbaus unter dem Rasterelektronen-Mikroskop

Freitag: Ein Blick in die Zukunft
Fachvortrag über moderne Kunststoff-Forschung; Erarbeitung und Durchführung einer Podiumsdiskussion der Schüler*innen.

Kursgebühr

80 Euro

Fördervermerk

Die Entwicklung und Ausstattung dieses Kurses wurde vom Fonds der Chemischen Industrie gefördert.

Hinweis zu Übernachtung und Verpflegung

Für Übernachtung und Verpflegung kommt der/die Teilnehmende selbst auf. Gerne sind wir bei der Suche nach einer kostengünstigen Unterkunft behilflich (m.gatzsch@xlab-goettingen.de oder Tel. 0551 / 39-28840). 
Damit alle Teilnehmenden gesund bleiben, sorgen wir mit Abstandsregeln und angepassten Hygienekonzepten für einen sicheren und reibungslosen Tagesablauf. Mensen und Cafeterien auf dem Nordcampus sind aktuell leider geschlossen.

Falls wir das Camp aufgrund der Corona-Pandemie nicht durchführen können oder falls der/die Teilnehmende aufgrund von Krankheit, Kontakt oder behördlicher Anordnung nicht anreisen kann, erstatten wir die Kursgebühr.

Sustainable Development Goals

SDG 8 Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur

SDG 12 Nachhaltige/r Konsum und Produktion