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Personentransport bei freilandökologischen Kursen

Den Transport zum Exkursionsort (Moor, Wald, See, Mittelgebirgsbach) organisieren wir während der Corona-Pandemie mit gecharterten Bussen bzw. Taxen. Die erhöhten Transportkosten muss das XLAB den Teilnehmenden mit 15 EUR/Person zzgl. zur Kursgebühr weiterberechnen.

Bitte geben Sie direkt bei der Kursbuchung an, ob wir den Transport für Sie organisieren sollen oder ob Sie ihn in Eigenregie übernehmen.

Herzlichen Dank für Ihr Verständnis!

Moor und Wald
Kurs für Schülergruppen

  • © User: Celsius at wikivoyage shared, CC BY-SA 3.

Ganz Mitteleuropa wäre von Natur aus bis zur Baumgrenze bewaldet. Nur Moore, die einzigen von Natur aus offenen Landökosysteme, setzen der Dominanz der großen Bäume Grenzen. Wie unterscheiden sich die herrschenden Bedingungen und Ökosystemeigenschaften in Moor und Wald?

Jahrgangsstufe
11 bis 13
Dauer
1 Tag
Maximale Teilnehmerzahl
22

Tätigkeiten

  • Aufsuchen und Aufnahme verschiedener Biotoptypen im Moor und seiner Umgebung
  • Aufnahme von Vegetation im Moor bzw. Vegetation und Bestandesstruktur im Buchenwald
  • Bodenansprachen mit Korngrößenbestimmung sowie pH-Wert- und Leitfähigkeitsmessung in Mineralboden- und Auflagehorizonten zum Einstufen von Nährstoffangebot, Wasserversorgung und ökosystemarem Stoffhaushaltstyp
  • Identifizieren der Pflanzengesellschaften und der entscheidenden abiotischen Faktoren mit ökologischen Zeigerwerten, im Wald auch mit forstlichen Zeigerartengruppen
  • pH-Wert-Messung in Salzlösung zum Erkunden des Kationenaustauschs, der Säurebelastung und des Verlusts kationischer Nährstoffe in Böden (Vertiefung)

Weltweit ist in den Torfen der Moore zweimal so viel Kohlenstoff gebunden wie in der gesamten Biomasse aller Wälder. Deshalb ist die fortschreitende Entwässerung von Mooren ein immenses Problem für den Klimaschutz, denn der dadurch unweigerlich einsetzende Torfabbau führt zur Emission des enthaltenen Kohlenstoffs als CO2 und der Stickstoffverbindungen als N2O. Darüber hinaus haben Moore große Bedeutung für die biologische Vielfalt, denn einzigartige Pflanzen- und Tierarten, die sich an die extremen Bedingungen der Moore angepasst haben, sind durch die Moorzerstörung im Bestand bedroht. Erhaltene und wiedervernässte Moore erbringen z.B. mit der Regulierung des Lokalklimas und des Wasserhaushalts sowie mit dem Rückhalt von Schadstoffen weitere Ökosystemleistungen für die Gesellschaft. Im Kurs lernen wir die Spezialisten im und um das Moor kennen: Torfmoose, Moorbirken, Wollgras, einige Zwergstraucharten und mit etwas Glück den fleischfressenden Sonnentau. Bei schönem Wetter fliegen Heidelibelle, Moosjungfer oder Mosaikjungfer. Weil Moore extrem empfindlich auf Betreten reagieren und es bei uns fast keine Moorflächen mehr gibt, führen wir Vegetationsaufnahmen und Bodenuntersuchungen weitgehend gemeinsam vom Weg aus durch. Wir testen die Wasserspeicherfähigkeit der Torfmoose, sehen den Bodenaufbau aus Weiß- und Schwarztorf und charakterisieren mit pH- und Leitfähigkeitsmessungen die extremen abiotischen Faktoren des Wurzelraumes im Moor. Dabei erschließt sich, warum im Moor höchstens kleine Moorbirken, aber keine größeren Bäume wachsen können. Im Sauerhumus-Buchenwald nehmen die Schüler*innen unter Anleitung die Bestandesstruktur auf und erstellen Vegetationsaufnahmen. Der mineralische, gut durchlüftete Waldboden bildet einen starken Kontrast zum organischen, überwiegend wassergesättigten und deshalb anaeroben Moorboden. Die Schüler*innen führen eine umfassende Bodenansprache durch, bei der die entscheidenden über den Boden wirkenden abiotischen Faktoren eingestuft werden und die Rolle der organischen Auflage sowie des Mineralbodens im ökosystemaren Stoffkreislauf deutlich wird.

Wenn die Schülergruppe mit den Grundlagen bereits vertraut ist oder Sie eine Stunde länger Zeit haben, bietet sich als Vertiefung eine vergleichende pH-Wert-Messung in Wasser und Salzlösung an. Damit wird die Kationenaustauschkapazität des Bodens demonstriert, auf der seine Speicherfähigkeit für kationische Nährstoffe einschließlich des Ammoniums beruht. Vor allem aber ist der Unterschied der mit den beiden Methoden gewonnenen pH-Werte ein Indikator für die Belastung des Bodens mit Säure, die zu einem geringen Teil aus Ökosystem-interner Produktion, vor allem aber aus nassen und trockenen Niederschlägen stammt, in denen sie durch die Reaktion mit den anthropogenen Luftschadstoffen NOx und SO2 entsteht. Zusätzlich wird gezeigt, dass der pH-Wert selbst im stark sauren Bereich nur indirekt, nämlich vor allem über seinen Einfluss auf die Lösung wurzeltoxischer Aluminium-Ionen aus Tonmineralen, auf die Vegetationsdifferenzierung wirkt. Zur Abstimmung der Kursinhalte und für weitere Fragen wenden Sie sich gerne an den Dozenten Dr. Dirk Gries.

Die Exkursion mit Mittagspause im Gelände findet bei fast jedem Wetter statt.

Unterrichtsbezug

Ökosystem Wald; Ökosystem Moor; abiotische Faktoren; Biodiversität; Klimawandel; Nachhaltigkeit; Freilanduntersuchung

Sustainable Development Goals

SDG 3 Gesundheit und Wohlergehen
SDG 7 Bezahlbare und saubere Energie
SDG 12 Nachhaltige/r Konsum und Produktion
SDG 13 Maßnahmen zum Klimaschutz
SDG 15 Leben an Land