Pressekontakt

Frau Annika Sdunek
E-Mail: annika.sdunek (at) xlab-goettingen.de
oder
Herr Dr. Michael Ferber
E-Mail: m.ferber (at) xlab-goettingen.de


Georg-August-Universität Göttingen
XLAB-Göttinger Experimentallabor für junge Leute
Justus-von-Liebig-Weg 8
37077 Göttingen
GERMANY
Tel: 0551/3912872

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Das XLAB spricht Kopf und Herz an

Fachvortrag von Kinderarzt Dr. Robin Kobbe und emotionales Theaterstück von Michael Wanker am HIV-Informationstag des XLAB und der Michael Stich Stiftung

Am 16.12.2019 nahmen rund 280 Schülerinnen und Schüler aus Göttingen und Duderstadt am HIV-Informationstag des XLAB und der Michael Stich Stiftung teil. Dieser wurde anlässlich des jährlichen Weltaidstags zur Prävention gegen den HI-Virus und Aufklärung gegen Diskriminierung von infizierten Menschen ausgerichtet. Die Notwendigkeit des Themas lässt sich an den Zahlen der Deutschen Aidshilfe ablesen: rund 86.100 Menschen leben aktuell mit HIV in Deutschland und pro Jahr infizieren sich rund 2.700 Menschen neu.

Die Schülerinnen und Schüler erhielt zunächst einen interessanten Vortrag vom Kinderarzt Dr. Robin Kobbe, dem es gelang die Unterschiede zwischen HIV und AIDS deutlich zu machen sowie das Leben mit der Erkrankung und den Folgen im Alltag aufzuzeigen. Dr. Robin Kobbes Ziel ist es mit Hilfe der Michael Stich Stiftung „die Zahl der, mit der leicht zu verhindernden chronischen Erkrankung, Neuinfizierten zu reduzieren“. Er findet, dass das Thema „Prävention und Aufklärung rund um HIV und AIDS zu wenig in den Medien präsent ist“. Herr Becker nahm mit seiner Klasse von der IGS Geismar am HIV Informationstag teil und fand den Vortrag „anspruchsvoll, aber adressatengerecht. Die Schülerinnen und Schüler konnten gut an ihr Vorwissen anknüpfen und Inhalte aus dem Unterricht vertiefen“. Besonders spannend war für die Teilnehmenden die Frage, welche Übertragungsweges des HI-Virus es gibt – für einige überraschend: Speichel zählt nicht hinzu!
Gerade diese Unwissenheit vieler Menschen führt für HIV infizierte oder an AIDS erkrankte Menschen oftmals zur Diskriminierung. Daher legt die Michael Stich Stiftung, die das Programm organisiert, besonderen Wert darauf gezielt zu informieren, um Vorurteile abzubauen und Fakten zu schaffen. Zudem hatten die Teilnehmenden während des Rahmenprogramms die Möglichkeit sich an interaktiven Ständen der Göttinger Aidshilfe und des XLAB über die Themen Verhütung und Immunologie zu informieren. Bei der Göttinger Aidshilfe konnten die Schülerinnen und Schüler Kondome ausprobieren und waren doch überrascht, dass es einiger Übung in der Anwendung bedarf. Luca Siemens von der Aidshilfe findet „solche Veranstaltungen sind so wichtig, um Menschen die Angst zu nehmen und die Vorurteile abzubauen und mit HIV-positiven Personen so entspannt umzugehen, wie mit anderen Menschen auch – im Alltag, in der Partnerschaft und in der Sexualität“. Erweitert wurde das Angebot durch den Stand des Gesundheitsamtes für die Stadt und den Landkreis Göttingen. Dieses bietet seit über 30 Jahren eine Beratungsstelle an, hier können sich Bürgerinnen und Bürger über Themen rund um HIV, sexuell übertragbare Krankheiten und Verhütung kompetent beraten oder sich anonym testen lassen.

Im Anschluss gab es für Nadia (16 Jahre) und Maya (16 Jahre) aus dem bunten Jahrgang der IGS Geismar das Highlight des Tages – das Theaterstück „I will survive“ gespielt von Michael Wanker. Nadia: „Es war sehr gut gemacht und hat mich mit der Geschichte überzeugt – AIDS ist eine schlimme Krankheit“. Auch ihre Freundin Maya fand das Stück sehr beeindrucken und findet „es ist umso wichtiger richtig aufzuklären und auch die damit verbundenen Symptome genauer kennenzulernen“. Auch Frau Baumgarten, Lehrerin der IGS Geismar, zieht ein positives Fazit des Tages: „Wir haben mit dem gesamten Jahrgang teilgenommen, also fast 180 Schülerinnen und Schüler, weil wir Sensibilität und Aufklärung erwartet haben und dies aus unserer Sicht auch erreicht wurde.“ In der abschließenden Diskussion mit Michael Wanker kamen viele Rückfragen zum Theaterstück – Pia (16 Jahre) gab dem Schauspieler nur positives Feedback, sie habe „sich sehr angesprochen gefühlt und viele Menschen denken nach einem solchen Stück sicher nochmal intensiver über das Thema nach“.

Prof. Thomas Waitz, Leiter des XLAB, der die Veranstaltung eröffnete, war froh, dass es gelungen ist die Michael Stich Stiftung nach Göttingen einzuladen, um „naturwissenschaftliches und medizinisches Wissen weiterzugeben – keine Fake News oder subjektive Theorien“. Auch Dr. Kristina Wiege, Dozentin für Immunbiologie im XLAB und Initiatorin der Kooperation zwischen Stiftung und XLAB, blickt positiv zurück: „Die Schülerinnen und Schüler haben so viel gelernt und Informationen für ihren Alltag mitnehmen können. Wir würden uns freuen, wenn wir auch im nächsten Jahr ein ähnliches Angebot machen könnten“

Lernen in den Ferien – undenkbar? Vier Herbst-Camps im XLAB beweisen das Gegenteil

Für die 43 Schülerinnen und Schüler im Alter von 16 bis 19 Jahren aus ganz Deutschland, die im Zeitraum vom 07.10 bis 18.10.2019 an einem der Herbst-Camps Systembiologie, Laserphysik, Biomembran oder Arzneimittelchemie im XLAB teilgenommen haben, ist Lernen in den Ferien klar denkbar. Julia Schmidt (18 Jahre, Hannover) ist durch die Empfehlung ihrer Lehrerin auf die Kurse aufmerksam geworden. Sie nutzt die Zeit in den Ferien „um etwas Spannendes und Sinnvolles zu machen“.

Die Teilnehmenden hatten in den Herbstferien die Möglichkeit sich mit Themen aus den Bereichen Biologie, Chemie und Physik genauer zu beschäftigen. Die Gründe, wieso sich junge Menschen in ihrer Ferienzeit mit naturwissenschaftlicher Forschung beschäftigen sind vielfältig – sie reichen von Fachinteresse, der Neugierde am Experimentieren bis hin zur Studienorientierung. Während der verschiedenen Camps gelang es, diesen Interessen gerecht zu werden, indem z.B. aktuelle Arbeitsmethoden mit hochprofessionellen Geräten in der Praxis eigenständig erprobt, fachliche Inhalte gelernt und vertieft sowie der Campus und universitäre Institute besucht wurden. „Ich hatte durch den Aufenthalt während des Camps auch die Möglichkeit zu sehen, dass Göttingen als Stadt zu mir passt und ich gerne hier studieren möchte“.

Im Biologie-Camp, auch in diesem Jahr wieder durch die Joachim Herz Stiftung gefördert, haben sich die Teilnehmenden mit dem interdisziplinären Teilgebiet Systembiologie beschäftigt. Die Schülerinnen und Schüler nutzten die experimentell selbst gewonnenen Daten, um Modelle für die Zuckerverarbeitung bei E. coli aufzustellen, Vorhersagen zu treffen und diese wiederum experimentell zu überprüfen. Zwei Modelltypen wurden dabei verwendet: Zum einen mathematische Funktionen, die modellhaft die Wachstumsvorgänge der Zellpopulation beschreiben, zum anderen Computersimulationen komplexer Prozess-Netzwerke, die die Zuckerverwertung von E. coli beschreiben.

Ihren „eigenen“ Laser aufbauen konnten dank der Förderung durch die Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung 12 Schülerinnen und Schüler im Laserphysik-Camp. In einer Reihe von Experimenten untersuchten die Teilnehmenden, wie die für den Laserbetrieb eingesetzte Energie mehrfach umgewandelt wird und schließlich Laserstrahlung entsteht. Die besonderen Eigenschaften von Laserstrahlung nutzen die Schülerinnen und Schüler in unterschiedlichen Anwendungen; sie untersuchten Interferenzphänomene und konnten mit speziellen optischen Komponenten sogar die Farbe des Laserlichts ändern.

Am Arzneimittel-Camp nahmen Schülerinnen und Schüler teil, die ihren Interessenschwerpunkt im medizinischen, pharmazeutischen oder auch biologischen Bereich haben. Sie haben eigenständig Acetylsalicylsäure (ASPIRIN®) hergestellt und das Antibiotikum Chartreusin isoliert. Zudem lernten die Teilnehmenden gängige Analysemethoden, wie z.B. HPLC (High Performance Liquid Chromatographie) und die Massenspektrometrie kennen. Ein besonderes Highlight bot die Isolation von Bakteriophagen – ein mögliches Mittel gegen multiresistente Keime. Das Camp wurde von der Gesellschaft Deutscher Chemiker gefördert.

Ergänzt wurde die Auswahl an naturwissenschaftlichen Themen noch durch das Herbstcamp Biomembranen. Das hochaktuelle Thema ergab sich aus der Kooperation mit dem Sonderforschungsbereich 803 der Universität Göttingen. Hilko Aljets hat diesen Kurs extra als Bindeglied zwischen Forschung und Schule entwickelt, worüber Projektleiter des SFB 803 Dr. Ingo Mey sehr glücklich ist, da „ein Sonderforschungsbereich nur eine begrenzte Zeit existiert und mit diesem Kurs die Möglichkeit gegeben ist, nicht nur Fachwissenschaftlern, sondern auch Schülerinnen und Schülern einen verständlichen Einblick in solche aktuellen Themen zu geben.“ Auch ist der Dozent Aljets von dem „konzentrierten, selbstständigen und sicheren Experimentieren“ der Schüler begeistert, die zudem „wissbegierig und kritisch denkend sind, sodass die gemeinsame Kurszeit viel Spaß gemacht hat“.

Die Teilnehmenden untersuchten unter anderem die molekularen Mechanismen, die der Legionärs- und EHEC-Erkrankungen sowie die Wirkungsweise von Botox zu Grunde liegen. Sophia Sprang (16 Jahre, Tuttlingen) möchte später gerne Biologie oder Mikrobiologie studieren, sie nutzte das Camp Biomembranen um zu eruieren, wie es nach einem Studium weitergehen kann. Mit dem Besuch des Kooperationspartners konnte sie einen guten Einblick in die aktuelle Forschung gewinnen und was sie nach einem Studium machen könnte: „Ich finde es schwer sich das alltägliche Leben als Wissenschaftler vorzustellen, mit dem Besuch im Institut für Organische Chemie wurde das alles viel konkreter“

Prof. Thomas Waitz, Direktor des XLAB, zieht das abschließende Resümee: „Es ist uns in diesem Jahr gelungen, insbesondere viele junge Mädchen anzusprechen und für die Naturwissenschaften und die Forschung zu interessieren. Die Kurse bieten neben der Vermittlung von Fachwissen und Förderung von experimentellen Fähigkeiten auch eine Entscheidungshilfe zum Studium und zeigen Göttingen als interessanten Studienstandort auf“.

Pressemitteilungen 2019

Pressemitteilung vom 24.08.2019

Drei Wochen internationales Flair im XLAB

Mit dem abschließenden Symposium am 24.08.2019 im Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie Göttingen gingen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Internationalen Science Camps (ISC) aus zehn verschiedenen Nationen, wie Australien, Südkorea, Spanien oder Israel, drei spannende und abwechslungsreiche Woche im XLAB und rund um Göttingen zu Ende. Am letzten Tag des ISC präsentierten die 16- bis 18-Jährigen ihre durch eigene Experimente erworbenen Beobachtungen und Ergebnisse.

Beim Symposium referierten die Schülerinnen und Schüler in der Kurssprache Englisch über ihre selbst durchgeführten Experimente aus den Bereichen Süßwasser- und Pflanzenökologie, Immunologie, molekulare Biologie, anorganische und analytische Chemie, Astro- und Laserphysik, Neurophysiologie, erneuerbare Energien und ionisierende Strahlung. In der Laserphysik konnten die Teilnehmenden erstmals eine optische Pinzette nutzen, für deren Anwendung in biologischen Systemen 2018 der Nobelpreis verliehen wurde. Mona Maaß, Mitarbeiterin des Sonderforschungsbereichs 1073 der Universität Göttingen, freute sich „hochmotivierten Schülerinnen und Schülern die Grundlagen der Energieforschung zu erklären und experimentell zugänglich zu machen“. Viele weitere Kooperationspartner haben ihre Türen für das ISC geöffnet, beispielsweise die universitären Institute für Material- und Astrophysik, Anorganische sowie Organische und Biomolekulare Chemie, das Labor für Radioisotope, die Abteilung Strahlentherapie und Radioonkologie in der Universitätsmedizin Göttingen und das Laser-Laboratorium Göttingen.

Die Teilnehmenden nutzten die mit vielen Bildern und Videos anschaulich gestalteten Präsentationen, um sich für eine „amazing and informative week“ (Eu Jin Jung, Südkorea) zu bedanken. In der guten Atmosphäre gelang der Spagat zwischen Wissensvermittlung und Spaß – Hannah Konings (Neuseeland) und Keira Joyce (Australien) rappten über das All und den Weltraum.

Das Symposium mit anschließendem Grillabend bildete den Abschluss des Camps. Prof. Thomas Waitz, Direktor des XLABs: „In den vergangenen Wochen des ISC haben die Campteilnehmer einen sehr guten Einblick in die Tätigkeiten sowie Denk- und Arbeitsweisen von Naturwissenschaftlern erhalten – alle streben ein naturwissenschaftliches Studium an.“ Joshua Baier (Deutschland) hat sich gefreut „mit Gleichgesinnten an naturwissenschaftlichen Fragestellungen zu arbeiten und herauszufinden, dass die aktuelle Studienplanung stimmt“. Auch Min Hak Song (Südkorea) hat ihr Ziel erreicht: „Ich konnte richtig wissenschaftlich arbeiten“. Frau Niemeyer als externer Gast, Lehrerin eines teilnehmenden ehemaligen Schülers, fand es toll, wie viel Zeit in den Kursen zum selbstständigen Experimentieren gegeben wird und ein „Eindruck vermittelt wird, wie es als Forscher im echten Leben ist“. 

Wichtig war es dem XLAB, neben dem Fördern der fachlichen und experimentellen Kompetenz auch die Region und Göttingen als attraktiven Studienstandort aufzuzeigen. Auf Ausflügen, beispielsweise in den Hochseilgarten im Solling oder zum Seeburger See, lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Umgebung und Deutschland kennen – für Min Hak Song aus Südkorea unter anderem ein Grund für die Teilnahme am ISC. Jesko Petersen, Student aus Göttingen, hat die Schülerinnen und Schüler außerhalb der Kurse betreut und festgestellt, dass es dem ISC gelungen ist „durch das gemeinsame Interesse an Naturwissenschaften verschiedene Kulturen zusammenzubringen und neue Freundschaften entstehen zu lassen“.