Neurobiologie Camp 30.03-03.04.2020

Die Camps bieten interessierten Oberstufenschülerinnen und -schülern die Möglichkeit, sich mehrere Tage intensiv mit physikalischen und biologischen Grundlagen der Funktion des Nervensystems zu beschäftigen. Der Fachbereich Neurobiologie wird dieses Camp zusammen mit der Universität Göttingen und den Max-Planck-Instituten durchführen.

Die Teilnehmerzahl ist auf 12 begrenzt und die Teilnehmer müssen mindestens 16 Jahre alt sein.
Ein Eigenbeitrag von 80 Euro, die Unterkunft, das Mittagessen in der Mensa und die An- und Abreise sind selbst zu zahlen. 

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Leitet den Download einFlyer oder wenden Sie sich telefonisch an:

Dr. Barbara Ritter
Tel.: 0551 39 13612
Email: b.ritter [at] xlab-goettingen.de

Bitte rufen Sie unter der oben angegebenen Telefonnumer an.

Öffnet internen Link im gleichen FensterOnline Anmeldung:

 


Beschreibung der Kursinhalte

Membranpotenzial

Grundlage aller elektrischen Aktivität in lebenden Organismen ist das Vorhandensein von elektrischen Potenzialen zwischen dem Zellinneren und dem umgebenden Medium. Diese Potenziale haben ihren Ursprung in einer Ungleichverteilung von Ionen. An unbefruchteten Eiern (Oozyten) des Krallenfrosches Xenopus laevis wird das Membranpotenzial intrazellulär abgeleitet. Durch den Austausch von Ionen im Extrazellulärmedium  wird die Abhängigkeit des Membranpotenzials  von verschiedenen Ionen dargestellt.  Die physikalischen Eigenschaften von Zellmembranen werden anhand eines Zellmodells untersucht.  

Aktionspotenziale und Signalweiterleitung

Die Nervenzellen des medizinischen Blutegels Hirudo medicinalis sind groß und eignen sich gut für neurophysiologische Untersuchungen. Aktionspotenziale von Nervenzellen werden intrazellulär abgeleitet oder durch elektrische Reizung ausgelöst. Die Grundlagen der Informationsweiterleitung und -verarbeitung im Nervensystem können so untersucht werden.

Sinnesorgane

Sinnesorgane dienen als Schnittstelle zwischen Nervensystem und Umwelt. Am Beispiel des Sehsinnes wird die Leistung von Sinnesorganen an Wanderheuschrecken (Locusta migratoria) und im Selbstversuch untersucht. Durch die extrazelluläre Ableitung von Summenpotenzialen (sog. Elektroretinogrammen) kann die Lichtempfindlichkeit des Heuschreckenauges ebenso untersucht werden wie die Geschwindigkeit, mit der Lichtreize verarbeitet werden. Mit dieser Methode lässt sich auch feststellen, ob und welche Farben Heuschrecken sehen können. 

Informationsverarbeitung im ZNS

Wie werden Sinnesreize im Zentralnervensystem weiterverarbeitet? Diese Frage kann z. B. mit Hilfe von extrazellulären Ableitungen aus dem Zentralnervensystem untersucht werden. Wir werden untersuchen ob sich die Daten zur Flickerfusionsfrequenz die wir am Auge der Heuschrecke gewonnen haben auf das Zentralnervensystem übertragen lassen. Die Reaktion der Wanderheuschrecke auf Bewegungen im Gesichtsfeld wird ebenfalls untersucht. Hierzu wird die Aktivität eines identifizierten Interneurons extrazellulär abgeleitet.