Was haben Legionellen, EHEC und Botox gemeinsam? Ein Science-Camp zur interdisziplinären Grundlagenforschung an Biomembranen 14.04-18.04.2020

Dozent: Hilko Aljets 

Grundlage dieser Pathogene und den daraus folgenden Krankheiten ist die Überwindung der Biomembran, die unsere Zellen umgibt. In diesem Camp werden an fünf Tagen Experimente zu den biochemischen Eigenschaften der Biomembran und ihrer Bestandteile durchgeführt. Mithilfe der Fluoreszenzmikroskopie wird die Funktionsweise der Membran und Transportprozesse über sie sichtbar gemacht. Diese Inhalte werden in dem interdisziplinären Sonderforschungsbereich 803 erforscht, der in Göttingen tätig ist, um unter anderem die molekularen Mechanismen, die den Legionärs- und EHEC-Erkrankungen und Botox zu Grunde liegen, zu verstehen. Das Camp bietet einen Einblick in den Studiengang, die Forschungstätigkeit und dem Berufsbild eines Naturwissenschaftlers.

Weitere Informationen in unserem Leitet den Download einFlyer oder wenden Sie sich an:

Hilko Aljets
Georg-August-Universität Göttingen
Abteilung Fachdidaktik der Chemie
Tel. +49 551 39 26380
E-mail: hilko.aljets@stud.uni-goettingen.de

Öffnet internen Link im gleichen FensterDas ONLINE Anmeldungsformular finden Sie hier.

Die Teilnehmerzahl ist auf 12 begrenzt und die Teilnehmer müssen mindestens 16 Jahre alt sein.


Beschreibung der Kursinhalte

Was haben Legionellen, EHEC und Botox gemeinsam? Um diese Frage und die Wirkungsweisen dieser drei Pathogene verstehen zu können, untersuchen und erarbeiten die Teilnehmer*innen des Science-Camps die chemischen Eigenschaften der Biomembranen, die physikalisch-chemischen Grundlagen der Fluoreszenzmikroskopie und die Transportprozesse durch die Membran. Damit verbunden wird die Wirkungsweise der Legionellen, des EHEC und Botox nachvollzogen. Dabei orientiert sich das Camp an wissenschaftlichen Arbeitsweisen in einem interdisziplinären Forschungsbereich. Abschließend werden die Inhalte unter dem Thema der Wissenschaftskommunikation zusammengefasst.


Biomembranen

Eine sehr wichtige Funktion der Biomembran ist die Kompartimentierung, die die Trennung von verschiedenen Reaktionsräumen ermöglicht, zum Beispiel verschiedener Zellen oder Zellorganellen. Grundlage dieser Funktion sind die chemischen Eigenschaften der Membranbestandteile, die in diesem Camp untersucht werden.

Die Eigenschaften solcher Biomembranen und der Transport von Stoffen durch sie ist Teil eines hochaktiven Forschungsbereichs der aktuellen Wissenschaft. Der Sonderforschungsbereich 803, der in Göttingen tätig ist, forscht an solchen Prozessen.


Legionellen, EHEC, Botox

Legionellen, EHEC und Botox sind Beispiele für Pathogene, die Prozesse nutzen oder angreifen, die vom Sonderforschungsbereich 803 erforscht werden. Legionellen und EHEC nutzen die Endozytose, also die Einstülpung der Zellmembran zum Eintritt in die Zelle, während Botulinumtoxin (Botox) in Prozesse der Exozytose, also dem Transport aus der Zeller heraus, eingreift. Botox gehört zu den mit Abstand tödlichsten Giften. Das Camp untersucht die molekularen Mechanismen dieser Pathogene und wie sie in Göttingen erforscht werden.


Fluoreszenzmikroskopie

Die Fluoreszenzmikroskopie ist eine Form der Lichtmikroskopie und wird für die Erforschung biomolekularer Prozesse genutzt. Dabei werden die zu untersuchenden Proben mit einem Fluoreszenzfarbstoff markiert und untersucht. Nachdem zunächst die Grundlagen der Fluoreszenz geklärt und experimentell nachvollzogen werden, untersuchen die Teilnehmer selbst fluoreszierende Präparate und stellen sie her.

Das Camp wird von dem Sonderforschungsbereich 803 gefördert. Für eine Unterkunft und Verpflegung in der naheliegenden Mensa wird gesorgt. Die Kursgebühr beträgt 80 €, die An- und Abreise ist selber zu zahlen. Anreise Sonntag 13.10.2019