Ökosystem See

Ein 2500 Jahre alter flacher, schilfumsäumter See mit reichhaltiger Vogelwelt in einem Naturschutzgebiet und der auch im eintägigen Kurs behandelte tiefe, stabil temperaturgeschichtete Kiessee mit seinen eindrucksvollen physikalisch-chemischen Gradienten und seiner typischen Plankton-Biozönose werden in diesem zweitägigen Kurs von Booten aus untersucht.

Allgemein unterscheiden sich tiefe und flache Seen in mehrfacher Hinsicht. Beispielsweise haben flache Seen meist ein größeres Einzugsgebiet und damit höhere Nährstoffeinträge, zudem werden eingetragene Nährstoffe auf eine kleinere Wassermenge konzentriert als in tiefen Seen. Aus dem Sediment werden, vor allem durch stärkere Bioturbation, größere Nährstoffmengen freigesetzt und erreichen in flachen Seen immer die produktive Zone. Dagegen verhindert die stabile sommerliche Temperaturschichtung tiefer Seen das zeitnahe Recycling der hypolimnisch mineralisierten Nährstoffe und limitiert so die Produktion, gleichzeitig stellt das Hypolimnion eine große Sauerstoffreserve dar. So neigen tiefe Seen deutlich weniger zur Eutrophierung und Ausbildung anaerober Zustände. Dadurch unterscheiden sich tiefe und flache Seen auch hinsichtlich der Sauerstoffversorgung. 

Diese grundsätzlichen Unterschiede werden für die beiden untersuchten Seen durch besondere Umstände verstärkt. Beide Seen sind von landwirtschaftlich genutzten Flächen umgeben, die aber im Falle des flachen Sees deutlich zum See hin geneigt sind und so die Stoffeinträge und damit die Eutrophierungstendenz verstärken. Ein ebenfalls von geneigten Ackerflächen umgebener Bach durchfließt den See und bringt nicht nur wasserlösliches Nitrat, sondern auch eine erhebliche Sedimentfracht mit viel absorbiertem Phosphat in den See, das hier längst seine normalerweise wachstumslimitierende Rolle verloren hat.

Zweitägiger Kurs: Am ersten Kurstag wird der auf natürlichem Weg entstandene flache, eutrophierte See untersucht. Ihm wird am zweiten Tag ein tiefer, stabil temperaturgeschichteter, mesotropher See gegenüber gestellt, der auch im eintägigen Kurs behandelt wird. Die Methoden sind dieselben wie im eintägigen Kurs „Ökosystem See“.

Alternativ oder ergänzend zum hier genannten Programm können z.B. Tagesgänge der physikalisch-chemischen Gradienten oder Produktivitätsmessungen mit der Hell-/ Dunkelflaschenemthode in Verbindung mit Chlorophyllanalysen in verschiedenen Tiefen durchgeführt werden.

Die meisten chemischen Analysen können alternativ mit den entsprechenden nass-chemischen, z.T. photometrischen Verfahren im Chemie-Labor des XLAB durchgeführt werden (erhöhter Zeitbedarf).

Jahrgangsstufe: Oberstufe (letztes Jahr der Mittelstufe nach Absprache)
Max. Teilnehmeranzahl: 23 bei Transport durch XLAB, 24 mit eigenen Fahrzeugen
Dauer:
2 Tag - längere Programme, zusätzliche Exkursionen zu verschiedenen Themen sowie eine Kombination mit Fließgewässeruntersuchungen sind nach Absprache möglich
Zeitraum: April bis November
Fahrtkostenbeitrag: 8 Euro pro Person oder Anfahrt mit dem Stadtbus oder eigenen Fahrzeugen

Nähere Informationen und Anmeldung Öffnet internen Link im gleichen Fensteronline oder telefonisch bei Frau Dr. Anne-Sophie Koch unter 0551 - 39 12 873.