Zum Leben erwacht: Magnetresonanz-Tomografie vom Bild zum Film

Prof. Dr. Jens Frahm
Biomedizinische NMR-Forschungs-GmbH am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie Göttingen

Die Magnetresonanz-Tomografie (MRT) ist heute eines der wichtigsten bildgebenden Verfahren in der medizinischen Diagnostik mit jährlich etwa 100 Millionen Untersuchungen weltweit. Komplementär zu Röntgentechniken bietet die MRT eine nichtinvasive Darstellung der weichen Gewebestrukturen mit einer hohen Empfindlichkeit gegenüber krankhaften Veränderungen, wie sie beispielsweise bei Tumoren oder Infarkten auftreten. Vielfältige Varianten ermöglichen einzigartige Einblicke in das menschliche Gehirn und erlauben Aussagen über den Stoffwechsel, die Lokalisierung von Hirnfunktionen und den Verlauf von Nervenfaserbahnen.
Die Entwicklung der MRT zum Standardverfahren in Medizin und Forschung geht entscheidend auf die Verkürzung der Messzeiten zurück, die Mitte der 1980er Jahre unter anderem durch die in unserer Arbeitsgruppe entwickelte FLASH-Technik vorangetrieben wurde. Die damals erreichte 100fache Beschleunigung reduzierte die Aufnahmezeiten einzelner Schnittbilder aus dem Körper auf wenige Sekunden (statt Minuten). Dreidimensionale Aufnahmen mit Messzeiten von wenigen Minuten (statt mehrerer Stunden) wurden erstmals möglich.
Der Vortrag wird weitere technische Entwicklungen und aktuelle Fortschritte der MRT vorstellen. Dies gilt insbesondere für bewegungsrobuste MRT-Verfahren, die eine filmische Darstellung bewegter Organe oder dynamischer Prozesse in Echtzeit gestatten. Erste Beispiele betreffen die Bewegung von Gelenken ebenso wie die direkte Bildgebung des schlagenden Herzens ohne die Notwendigkeit des Atemanhaltens oder einer Synchronisation mit dem Elektrokardiogramm