Das Innere der Planeten und ihre Magnetfelder

Prof. Dr. Ulrich Christensen
MPI für Sonnensystemforschung Katlenburg-Lindau

Raummissionen liefern spektakuläre Bilder von den Oberflächen unserer Nachbarn im Sonnensystem, ihr innerer Aufbau und die dort ablaufenden Prozesse erschließen sich aber nur aus indirekten Indizien. Erloschener oder noch aktiver Vulkanismus zeigt, dass das Innere heiß war oder ist. Aus dem Schwerefeld und der Rotation lässt sich ableiten, dass beispielsweise Mars und Merkur wie die Erde unter einem Gesteinsmantel einen flüssigen Eisenkern besitzen. Die meisten großen Monde von Jupiter und Saturn haben sogar einen dreigeteilten Aufbau, bei dem außen noch ein mächtiger Eispanzer hinzukommt. Die geringe Dichte der großen Planeten im äußeren Sonnensystem zeigt, dass sie höchstens einen kleinen Gesteinskern besitzen können und hauptsächlich aus leichten Elementen bestehen.
Viele Planeten haben ein Magnetfeld, das nur in einem Dynamoprozess durch Strömungen in einem flüssigen und elektrisch leitenden Kern erzeugt werden kann. Die Magnetfelder sind aber sehr unterschiedlich, beispielsweise ist es beim Merkur viel schwächer als bei der Erde und beim Saturn viel genauer an den Rotationspolen ausgerichtet als bei uns. Die Ursachen für diese Unterschiede kennen wir nur teilweise, sie zeigen aber, dass trotz aller Gemeinsamkeiten jeder Planet ein Individuum ist.