Visuelles System II: Experimente zum Bewegungssehen bei Heuschrecken und Menschen

Die Aufgaben die vom visuellen System, also dem Auge und den nachgeschalteten neuronalen Netzwerken, bewältigt werden müssen sind vielfältig. Sie reichen von der einfachen Hell / Dunkel Unterscheidung bis hin zu komplexen Orientierungsleistungen im Raum. Das visuelle System extrahiert aus den Veränderungen des Lichteinfalls in das Auge viele Informationen über unsere Umwelt. So werden z. B. Objekte als solche erkannt und auch die Entfernung und Größe dieser Objekte kann bestimmt werden. Bei bewegten Objekten können Richtung und Geschwindigkeit der Bewegung erkannt werden. Ferner erkennt das visuelle System ob Bewegungen der Umwelt aus der Eigenbewegung des „sehenden“ resultieren oder ob sich tatsächlich ein Objekt in der Umwelt bewegt. All diese Analysen geschehen in „Echtzeit“, d.h. in sehr kurzen Zeiträumen, denn für ein Lebewesen dass sich in einer komplexen Umwelt bewegt ist es wichtig Hindernisse zu erkennen bevor es zu einer Kollision kommt. Bei Wanderheuschrecken können Aktionspotenziale von bewegungssensitiven Interneuronen leicht abgeleitet werden. Anhand der Antwort dieser Neurone auf verschiedene Reize lassen sich verschiedene Aspekte der Informationsverarbeitung im visuellen System untersuchen, wobei ein besonderer Schwerpunkt die Erkennung von bewegten Objekten ist. Außerdem werden mit Selbstversuchen einige Eigenschaften des menschlichen Sehsinnes näher untersucht. Neben den praktischen Arbeiten beinhaltet der Kurs auch eine theoretische Einführung deren Umfang von Kenntnisstand der Teilnehmer abhängig ist. Außerdem wird der Umgang mit modernen Messgeräten erlernt.

Der Kurs richtet sich an Schülerinnen und Schüler von Biologiekursen der Oberstufe. Grundkenntnisse der Neurophysiologie sind erwünscht.

Dauer: 1 Tag
Max. Teilnehmerzahl:
 16

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