Isolierung, Synthese und Untersuchung von pharmakologisch wirksamen Substanzen 14.-18.10.2019

Dozentin: Dr. Birgit Drabent

In unserer heutigen Zeit ist eine Vielzahl von Arzneimitteln auf dem Markt und ständig kommen neue hinzu. Aber wie stellt man Arzneimittel her und wie überprüft man ihre Qualität? 

Das Chemie-Camp zum Thema Arzneimittelchemie möchte interessierten Oberstufenschülerinnen und -schülern die Möglichkeit geben, sich mehrere Tage intensiv mit der Synthese bzw. der Isolierung und Aufreinigung von Arzneimitteln zu beschäftigen. Gleichzeitig wenden sie verschiedene Nachweisverfahren und apparative Analysenmethoden, wie z.B. die Photometrie, die HPLC (High Performance Liquid Chromatographie) und die Massenspektrometrie an. Zusätzlich werden Bakteriophagen isoliert und vermehrt, die eine wirksame Alternative zu den Antibiotika darstellen.

Ein Eigenbeitrag von 80 Euro ist selbst zu zahlen. Die Unterkunft ist im Beitrag enthalten. 

Weitere Informationen in unserem Leitet den Download einFlyer oder wenden Sie sich telefonisch an:

Dr. Birgit Drabent
b.drabent [at] xlab-goettingen.de
Tel.: 0551 3913612

Öffnet internen Link im gleichen FensterDas ONLINE Anmeldungsformular finden Sie hier.

Die Teilnehmerzahl ist auf 16 begrenzt und die Teilnehmer müssen mindestens 16 Jahre alt sein.


Beschreibung der Kursinhalte

Aspirin® selbst gemacht

Salicilin aus Weidenrinde ist eines der ältesten bekannten Schmerzmittel. Trotzdem wird heute fast ausschließlich eine im Labor chemisch modifizierte Form verwendet: Die Acetylsalicysäure, besser bekannt als Aspirin ®. 

Zu Beginn dieses Projektes wird Acetylsalicylsäure aus Salicylsäure synthetisiert. Die Reinheitsüberprüfung erfolgt durch Photometrie. Weitere Qualitätskontrollen durch Massenspektrometrie oder NMR-Spektroskopie werden diskutiert. Außerdem werden charakteristische Reaktionen der Acetylsalicylsäure untersucht, um einen Einblick in die Wirkungsweise des Medikaments zu erhalten. Als Vergleich wird Salicylsäuremethylester synthetisiert und mit der Gaschromatographie analysiert.

Ergänzt werden kann das Programm durch die Synthese von Paracetamol, einem nicht natürlich vorkommenden Wirkstoff.


Nachweis von Bakteriophagen in Umweltproben

Phagen sind nützlich, wenn Bakterien unerwünscht sind. Bereits 1917, als Felix d'Herelle Phagen entdeckte, war ihre mögliche Anwendung in der medizinischen Therapie denkbar und dominierte bald diese frühen wissenschaftlichen Ansätze mit Phagen. Phagen zielen typischerweise schnell und vollständig auf Bakterien ab, was bedeutet, dass sie zu einer guten Heilwirkung von Wunden beitragen. Die Phagentherapie wird zurzeit nur in wenigen Ländern (z.B. Georgien und Polen) angewendet. In Europa fehlt bisher ein rechtlicher Rahmen für die Phagentherapie, aber mehrere klinische Studien in West-Europa konnten bereits zeigen, dass die Behandlung mit Phagen sicher und effizient ist.

Die TN des Camps werden beauftragt Umweltproben (Kompost, Gewässer) zu sammeln und diese auf das Vorkommen von Phagen zu untersuchen. Dazu müssen die Proben zunächst filtriert und aufkonzentriert werden. Anschließend plattieren die TN unterschiedliche Bakterienstämme aus, die den Nachweis der Phagen in den Proben ermöglichen.


Isolierung des Antibiotikums Chartreusin

In diesem Teil des Camps soll ein weiterer, zunehmend an Bedeutung gewinnender Zweig der Arzneimittelproduktion thematisiert werden: Die Gewinnung von Arzneimitteln in Zellkultur. 

Der Kurs beginnt mit dem Erlernen mikrobiologischer Arbeitstechniken: Zuerst wird der Bakterienstamm Actinomyces sp. K11/8, der später das Antibiotikum Chartreusin produziert, angeimpft und kultiviert. 

Das Antibiotikum Chartreusin wird nach drei Tagen aus den Mikroorganismen isoliert und von den Kursteilnehmern durch Säulenchromatographie aufgereinigt. Mit Hilfe der HPLC (High Performance Liquid Chromatographie) wird eine Reinheitsanalyse vorgenommen. Außerdem wird die biologische Aktivität mit einem Plattendiffusionstest bestimmt.