Schülercamp Neurobiologie 12.10.-16.10.2020, 19.10.-23.10.2020

Dozenten: Dr. Michael Ferber, Dr. Barbara Ritter

Das Camp bietet interessierten Oberstufenschüler*innen die Möglichkeit, sich mehrere Tage intensiv mit physikalischen und biologischen Grundlagen der Funktion des Nervensystems zu beschäftigen. Der Fachbereich Neurobiologie und Biologie wird dieses Camp zusammen mit der Universität Göttingen und den Max-Planck-Instituten durchführen. Bei Laborbesuchen in der  Universität Göttingen gewinnen die Teilnehmenden einen Einblick in die aktuelle neurobiologische Forschung.

Weitere Informationen:

Voraussetzungen für die Teilnahme: Mindestalter 16 Jahre

Camp-Gebühr pro Person: € 80

Für Übernachtung und Verpflegung kommt der/die Teilnehmende selbst auf. Gerne sind wir bei der Suche nach einer kostengünstigen Unterkunft behilflich (m.gatzsch@xlab-goettingen.de oder Tel. 0551 / 39-12872).

Damit alle Teilnehmenden gesund bleiben, sorgen wir mit Abstandsregeln und angepassten Hygienekonzepten für einen sicheren und reibungslosen Tagesablauf. Mensen und Cafeterien auf dem Nordcampus sind aktuell leider geschlossen.

 Öffnet internen Link im gleichen FensterAnmeldung

Kontakt bei inhaltlichen Fragen:

Dr. Barbara Ritter
Tel.: 0551 / 39-13612
Email:Öffnet Fenster zum Versenden einer E-Mail b.ritter 

 


Beschreibung der Kursinhalte

Membranpotenzial

Grundlage aller elektrischen Aktivität in lebenden Organismen ist das Vorhandensein von elektrischen Potenzialen zwischen dem Zellinneren und dem umgebenden Medium. Diese Potenziale haben ihren Ursprung in einer Ungleichverteilung von Ionen. An unbefruchteten Eiern (Oozyten) des Krallenfrosches Xenopus laevis wird das Membranpotenzial intrazellulär abgeleitet. Durch den Austausch von Ionen im Extrazellulärmedium wird die Abhängigkeit des Membranpotenzials von verschiedenen Ionen dargestellt. Die physikalischen Eigenschaften von Zellmembranen werden anhand eines Zellmodells untersucht.  

Aktionspotenziale und Signalweiterleitung

Die Nervenzellen des medizinischen Blutegels Hirudo medicinalis sind groß und eignen sich gut für neurophysiologische Untersuchungen. Aktionspotenziale von Nervenzellen werden intrazellulär abgeleitet oder durch elektrische Reizung ausgelöst. Die Grundlagen der Informationsweiterleitung und -verarbeitung im Nervensystem können so untersucht werden.

Sinnesorgane

Sinnesorgane dienen als Schnittstelle zwischen Nervensystem und Umwelt. Am Beispiel des Sehsinnes wird die Leistung von Sinnesorganen an Wanderheuschrecken (Locusta migratoria) und im Selbstversuch untersucht. Durch die extrazelluläre Ableitung von Summenpotenzialen (sog. Elektroretinogrammen) kann die Lichtempfindlichkeit des Heuschreckenauges ebenso gemessen werden wie die Geschwindigkeit, mit der Lichtreize verarbeitet werden. Mit dieser Methode lässt sich auch feststellen, ob und welche Farben Heuschrecken sehen können. 

Informationsverarbeitung im ZNS

Wie werden Sinnesreize im Zentralnervensystem weiterverarbeitet? Diese Frage kann z. B. mit Hilfe von extrazellulären Ableitungen aus dem Zentralnervensystem untersucht werden. Wir werden untersuchen, ob sich die Daten zur Flickerfusionsfrequenz, die wir am Auge der Heuschrecke gewonnen haben, auf das Zentralnervensystem übertragen lassen. Die Reaktion der Wanderheuschrecke auf Bewegungen im Gesichtsfeld wird ebenfalls untersucht. Hierzu wird die Aktivität eines identifizierten Interneurons extrazellulär abgeleitet.