Systembiologie Camp, 09.­10.-13.10.2017

Eine Vision der Systembiologie ist es, alle gleichzeitig ablaufenden Vorgänge in einer Zelle vorhersagen zu können. Damit hoffen Systembiologen komplexe Fragenstellungen beantworten zu können wie  „Welche Konsequenzen hat das Eindringen eines Virus in eine Zelle, auf deren Gene, Proteine oder auf den Stoffwechsel?“ Dieses komplexe Ziel lässt sich nur erreichen, wenn Teams aus Na-turwissenschaftlern interdisziplinär zusammenarbeiten. Systembiologische Forschung  verlangt ein hohes Maß an fächerübergreifendem Denken und Arbeiten. Im Camp untersuchen Gruppen je einen Teilaspekt zum Zuckerstoffwechsel von E. coli mit experimentellen, mathematischen und softwarebasierten Methoden. Durch das Zusammenspiel von Experiment, Modell und Teamarbeit entsteht so letztlich ein komplexes, gemeinsames Verständnis des Beispiels „Zuckerstoffwechsel von E. coli“. 

 

 

 

Weitere Informationen:

Die Schüler sind zusammen in einem nahe gelegenen Hotel untergebracht. Das Mittagessen wird in der Mensa der Universität eingenommen. In Verbindung mit einem Rahmenprogramm sind täglich gemeinsame Abendessen geplant. Die Teilnehmerzahl ist auf 12 begrenzt und die Teilnehmer müssen mindestens 16 Jahre alt sein.

Ein Eigenbeitrag von 80 Euro sowie die Kosten für An- und Abreise und das Mittagessen sind selbst zu tragen. Kosten für Kursgebühren, Abendessen und Unterkunft trägt die Joachim Herz Stiftung.

Einen Flyer mit allen Informationen finden Sie in  Leitet den Download einhier.

Kontakt:

Melanie Gatzsch
E-Mail: m.gatzsch@xlab-goettingen.de
Tel.: 0551 39 12872

Bewerbungsunterlagen schicken Sie per E-Mail an Frau Gatzsch. Bei Fragen rufen Sie bitte unter der oben angegebenen Telefonnummer an.


Kursinhalte

An systembiologischen Projekten arbeiten Teams von Naturwissenschaftlern verschiedener Disziplinen gemeinsam: Sie fassen alle Erkenntnisse aus biologischen Experimenten zusammen und leiten daraus mathematische Modelle ab, z.B. zur Beschreibung der Ausbreitung einer Infektion. Das ist ein sich wiederholender Prozess: Die Daten eines biologischen Experiments werden in einer mathematischen Modellierung genutzt, um ein neues, besseres biologisches Experiment durchführen zu können. Durch Kombination von Laborarbeit und Computeranalyse möchten die Forscher schließlich ein integriertes Bild, ein Modell aller am „Netzwerk Zelle“ beteiligten Komponenten erhalten – Gene, Proteine, Stoffwechselprodukte regulatorische Prozesse und viele weitere Komponenten.

Wachstum, Stoffwechsel, Enzymkinetik, Netzwerkmotive
Mit Hilfe solcher komplexen Modelle können Systembiologen am Computer Veränderungen in der Zelle simulieren, z.B. bei einem Virusbefall oder nach einer Genveränderung. So hält die Systembiologie Einzug in die Medizin der Infektionskrankheiten oder in die Krebsforschung. Durch den Modellcharakter lassen sich Schlüsselstellen im Netzwerk Zelle feststellen, die auch für andere Gebiete Bedeutung haben, beispielsweise bei der Produktoptimierung in der Biotechnologie oder der Bioenergie.

Wie ein Systembiologe arbeitet
Nach dem Beispiel systembiologisch arbeitender Wissenschaftler untersuchen die Camp-Teilnehmer zelluläre Prozesse des Modellorganismus Escherichia coli im Labor. Verschiedene biologische und biochemische Methoden kommen dabei zur Anwendung. Aus den gewonnenen Datensätzen leiten die Nachwuchsforscher mathematische Modelle ab. Mathematikkenntnisse, wie man sie am Ende der Klassenstufe 10 erlangt hat, reichen dazu aus. Anschließend führen die Schüler am Computer Simulationen anderer zellulärer Vorgänge durch. Die Vorhersagen, die sich mit Hilfe dieser Modelle und Simulationen ergeben, werden in weiteren Experimenten auf ihre Richtigkeit überprüft.
Ergänzt wird die theoretische und praktische Arbeit im XLAB durch einen Besuch in einem Forschungslabor und einen wissenschaftlichen Vortrag.

Joachim Herz Stiftung

Das Feriencamp Systembiologie ist eine Kooperation von Joachim Herz Stiftung und XLAB. Im Themenschwerpunkt Systembiologie liegt der Fokus der Stiftung auf der Stärkung der fächerübergreifenden Zusammenarbeit im MINT-Bereich.

Die Joachim Herz Stiftung fördert Bildung, Wissenschaft und Forschung in den Natur- und Wirtschaftswissenschaften. Sie begeistert Kinder und Jugendliche für Naturwissenschaften und fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs auf dem Weg in die Wissenschaftskarriere.